Gemeinschaftsräume

Den Gemeinschaftsräumen kommt in jedem Wohnprojekt eine wesentliche Bedeutung zu. Sie sind entscheidend dafür, ob und wie die gewünschte soziale Gemeinschaft überhaupt dauerhaft Bestand haben kann. Je nach Wunsch der Projektbeteiligten kann sich das Konzept für die Gemeinschaftsräume ganz unterschiedlich gestalten und verschiedene Formen auch in der Wahrnehmbarkeit nach aussen annehmen.

Die Wohnpsychologie und die Erfahrungen aus zahlreichen Wohnprojekten lehren heute, dass die sachgerechte Planung der Gemeinschaftsräume eine zentrale Aufgabe ist. Optimale Voraussetzungen bestehen, wenn die Funktionen der Gemeinschaftsflächen in mehrere Bereiche aufgeteilt werden können. Ziel ist es dabei, sowohl projektinterne Räume zu schaffen wie auch solche, die eine halböffentliche Funktion für die Umgebung wahrnehmen. Zu einem sozial ausgerichteten Wohnprojekt sollten daher neben dem klassischen, nur für Projektbeteiligte zugänglichem Treffpunkt immer auch Flächen gehören, die gleichermassen den Bedürfnissen der im Gebäude lebenden Menschen, wie den Bedürfnissen der unmittelbaren Nachbarschaft dienen können.

Projektinterne Räume

Zutritt nur für Bewohner – das könnte virtuell an den internen Gemeinschaftsräumen stehen. Das sind die Flächen der gemeinsamen Nutzung wie Waschmaschinenraum, Fahrradkeller oder Müllraum. Das sind aber auch die Flächen der individuellen Nutzung, in denen die Bewohnerschaft zu gmeinsamen Aktivitäten zusammenkommt: Treffpunkt, Bibliothek, Kinderspielzimmer, Wohnraum für Gäste. Wesentlich ist, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner diese Räume jederzeit betreten können. Sie müssen sicher sein, nicht im Blickfeld von ausserhalb des Hauses zu stehen oder im Gemeinschaftsbereich auf fremde Nutzungen zu stossen. Optimal ist es, wenn diese Räume dann innenarchitektonisch eine behagliche Atmosphäre und flexible Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Nur so kann ein Teil der individuellen Bedürfnisse auch in der Gemeinschaft gelebt werden.

Gleichzeitig ist es wichtig, dass diese Gemeinschaftsräume nicht zur Nutzung zwingen – zum Beispiel, weil der Weg zum Aufzug hindurchführt. Sie sollten, wie es die Wohnpsychologie ausdrückt, am Weg liegen, aber nicht im Weg. Und sie müssen so angelegt sein, dass sie von selbst funktionieren. Ist ein hohe Organisationsaufwand erforderlich – zum Beispiel um ihre Nutzung zu koordinieren, Belegungspläne zu machen oder sie für verschiedene Nutzungen regelmässig umbauen zu müssen – wird die Bewohnerschaft sich allmählich davon abwenden. Spontanität zu ermöglichen ist also ein entscheidendes Wesensmerkmal von Gemeinschaftsräumen.

Halböffentliche Räume

Ähnliches gilt für Räume, die auch einer Öffentlichkeit ausserhalb des Projektes zur Verfügung stehen. Klassischerweise ist das ein Bistro oder ein Restaurant. Sie sind vorrangig für die Versorgung und Freizeitgestaltung der Projektbewohner konzipiert. Sie öffnen sich hier den Kontakten zur Nachbarschaft. Das dient einerseits der gewünschten Vernetzung und der sozialen Verbindung mit Menschen ausserhalb des Projektes. Andererseits aber auch dem Erhalt der sozialen Funktionen im Projekt selbst. Denn finden Gemeinschaftsaktivitäten immer nur in den eigenen Gemeinschaftsräumen und immer nur in demselben Kreis statt, können Konflikte im Projekt schnell eskalieren, weil sie keinen Austausch mit Dritten finden können. Auch fehlen Anregungen und Ideen von Aussen, die essenziell für das Projektleben sein können.

Gemeinsam Essen schafft Verbindungen. Das gilt für das Bistro im Haus. Doch darüberhinaus sind Verbindungen auch mit anderen Aufgabenbereichen eines Wohnprojektes herzustellen. Das gilt insbesondere für gemeinsame Arbeitsflächen. Sie ersetzen die Enge des homeoffice durch individuelle Arbeitsmöglichkeiten im coworking space und ermöglichen den Kontakt auch zu Menschen von aussen. Und der eigene Event-Bereich bietet Platz für projektinterne Kurse genauso wie für das kleine Konzert mit regionalen Musikern. Diese beiden beispielhaften Themen für halböffentliche Gemeinschaftsräume benötigen etwas mehr Fläche in den Projekten. Doch selbst, wenn sie nur in geringem Rahmen umgesetzt werden eröffnen sie die Möglichkeiten für ein abgerundetes Wohnprojekt, das aufgrund seiner Vielfalt beste Voraussetzungen für eine lebendige und zukunftssichere Gemeinschaft bietet. Mehr dazu auf der Seite Arbeitsflächen.

Planungsbegleitung

Das Konzept für Gemeinschaftsräume und deren Ausführung erfordern besondere Sachkenntnis zu den Voraussetzungen und Bedingungen von Wohnprojekten. Hier bieten wir Ihnen als Projektentwicklung qualifizierte Unterstützung, die auf unseren Erfahrungen mit den gemeinschaftlichen Wohnformen beruht. Eine bedürfnisgerechte Abstimmung der Projektplanungen mit Architekten und dem Bauhandwerk sicherzustellen ist eines unserer wichtigen Anliegen. Fragen Sie uns, und nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf, um mehr zu erfahren.

Hier erfahren Sie mehr über die individuellen Wohnbereiche und über die Arbeitsflächen in Wohnprojekten

Hier kommen Sie zurück zur Übersichtsseite gemeinschaftliches Wohnen.