Gemeinschaftlich Wohnen

Gemeinschaftliches Wohnen setzt der Anonymität des Lebens in einer Einzelwohnung die Vielfalt des sozialen Miteinanders entgegen. Eigentlich ist der Begriff des Wohnens deshalb viel zu eng gefasst. Denn ein stabiles soziales System mit guter Nachbarschaft und Freude an der Gemeinschaft kann sich nicht allein auf die Wohnung beschränken.

Wohnprojekte beziehen deshalb auch die anderen Aspekte des Lebens mit ein: gemeinsame Aktivitäten, gemeinsame Nutzung von Räumen und die gemeinsame Gestaltung des individuellen beruflichen Arbeitsumfeldes gehören in vielen Projekten mit zum Programm. Alles allein zu tun kann einsam machen, gemeinsam Aufgaben bewältigen, die Freizeit gestalten und das Wohnen zu organisieren schafft beste Voraussetzungen, um sich lange in einem stabilen Wohnumfeld wohl zu fühlen.

Diese Ziele bekommen in Europa immer mehr Gewicht. Wer am gemeinschaftlichen Wohnen interessiert ist, bekommt bei Bedarf in fast allen Ländern Rat bei Wohnprojektorganisationen. Diese Organisationen haben es sich zum Teil auch zur Aufgabe gemacht, Stadtplanung und Politik bei der Integration neuer Wohnformen zu unterstützen. Auf der Seite Nachbarn erfahren Sie mehr dazu. Auf der Seite Tipps finden Sie links zu zahlreichen Akteuren des gemeinschaftlichen Wohnens.

Die Pluspunkte gemeinschaftlicher Wohnformen

Individueller Wohnbereich: Der Kern jeder Wohnform ist der individuelle Wohnbereich. In einem Wohnprojekt bietet er neben der intimen persönlichen Umgebung gleichzeitig eine Reihe von Bezügen zum Sozialen Umfeld. Die reichen vom Sparpotenzial bei der Wohnfläche über die räumliche Zuordnung zu den Gemeinschaftsräumen im Haus bis hin zur Gestaltung der Zugänge als individuellen Teil der Gemeinschaft. Auf der Seite zum individuellen Wohnbereich lesen Sie mehr darüber.

Gemeinsam Essen schafft Verbindung: eine eigene Kantine oder sogar eine eigene Gastronomie im Haus ist in vielen Wohnprojekten der zentrale Ort, an dem miteinander gesprochen wird, oder an dem gemeinsame Pläne entstehen. Egal, ob es die Küchenzeile im Gemeinschaftsraum ist, oder ein öffentliches bistro auch Gäste von aussen anlockt: dieser oft besuchte Ort ist der Ausgangspunkt für die Vernetzung mit Anderen. Und er ist immer ein integraler Bestandteil des Projektes und nicht ein abgetrennter rein kommerzieller Betrieb. Die Projekt-Gastronomie vergrössert den eigenen Wohnbereich. Für jeden Quadratmeter Fläche in Gastraum und Küche werden etliche Quadratmeter Fläche in den Wohnungen eingespart.

Coworking: Arbeitsplätze teilen ist vor allem für diejenigen Menschen von grossem Interesse, die ihr Berufsleben sonst vom Schreibtisch in der Wohnung oder im eigenen Arbeitszimmer aus gestalten. Ein gemeinsamer Arbeitsbereich spart erheblich Kosten. Arbeitsgeräte können geteilt werden und werden besser ausgelastet, als im home-office. Und der Austausch mit Anderen kann sogar berufliche Kontakte, Kunden oder Auftraggeber finden helfen. Ein Gemeinschafts-Büro im Wohnprojekt bietet die besten Voraussetzungen dafür. Und wenn der sich dann sogar noch Interessierten von aussen öffnet, dann wird ein coworking-space daraus, der eine ungeahnte Vielfalt an Möglichkeiten für die Vernetzung in der Berufswelt bietet.

Soziale Vielfalt: Bewohnerinnen und Bewohner in allen Altersklassen, aus vielfältigen Bevölkerungsgruppen und mit unterschiedlichen regionalen Herkünften – das ist für die meisten Wohnprojekte heute ganz selbstverständlich Standard. Die Projekte profitieren von den vielfältigen Anregungen für das Leben und von den persönlichen Verbundenheiten, die daraus resultieren. Die moderne Stadtplanung geht sogar noch einen Schritt weiter. Ihr Ziel ist es, die Mischung in einen quartierswirksamen Prozess umzuwandeln. So kann ein ganzer Stadtteil zum “Wohnprojekt” werden. Mit dem Resultat, dass die Einwohnerinnen und Einwohner hier eine dauerhafte Heimat, und nicht nur einen weiteren Abschnitt im Leben voller Umzüge finden. Mehr dazu auf der Seite Europäische Stadt.

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