Cluster-Wohnungen

Wie wir unser Bedürfnis nach individuellem Freiraum in der eigenen Wohnung mit unserem Wunsch nach sozialem Kontakt zu Menschen mit ähnlichen Lebensvorstellungen ins Gleichgewicht bringen, ist meist abhängig von der familiären Situation. Alleinlebende, Paare ohne Kinder und ältere Menschen wählen häufig Cluster-Wohnungen als Ort des gemeinschaftlichen Wohnens.

Der individuelle und abgeschlossene Wohnbereich reduziert sich hier auf das Allernotwendigste: eine kleine Küche, ein ausreichender Sanitärbereich und ein Schlafraum sind der Kern des Lebensnotwendigen. Ergänzt wird der individuelle Bereich um eine grosszügige Gemeinschaftszone. Sie bietet Gelegenheit zu vielfältigen Kontakten. Gemeinschaftsküche, Aufenthaltsbereich, Bibliothek oder zusätzliche Sanitäreinrichtungen gehören unter anderem dazu. Von Wohnheimen oder Wohngemeinschaften unterscheiden sich Cluster-Wohnungen vor allem dadurch, das die individuellen Wohnbereiche komplette Wohnungen mit allen erforderlichen Bestandteilen sind. Sie könnten so auch ohne das soziale Umfeld und ohne die Gemeinschaftsflächen eine vollwertige Wohnung sein.

Form und Grundrisse von Cluster-Wohnungen

Cluster-Wohnungen erstrecken sich meist über ein abgegrenztes Stockwerk. Ein Gebäude kann deshalb durchaus mehrere Cluster-Wohnungen beherbergen. Die Gemeinschaftsflächen sind häufig mit den nötigen Bewegungsflächen wie z.B. den Fluren kombiniert. Rundherum gruppieren sich die Kleinwohnungen. Bis zu 20 können das durchaus sein. Das ermöglicht ein hohes Mass an Flexibilität für die Bewohnerschaft. Sie kann je nach eigenem Bedürfnis und stets neu bestimmen, wie das individuelle Wohnen zur Gemeinschaft im Verhältnis steht.

Wie die gemeinschaftlichen Wohnformen insgesamt, so reduziert auch die Cluster-Wohnung die Kosten für das Bauen und die spätere Miete oder das Nutzungsentgelt. Denn die Gemeinschaftsräume haben eine höhere Nutzungsintensität als Flächen mit gleichartiger Funktion in individuellen Wohnungen. Für den gleichen Nutzen muss also weniger Fläche zur Verfügung stehen.

Genossenschaften und Gemeinschaften sind gefragt

Das Modell der Cluster-Wohnung ist in Zürich im Jahr 2011 im Wohnprojekt Heizenholz der Kraftwerk1 Bau- und Wohngenossenschaft entwickelt worden und hat sich seitem in fast allen europäischen Ländern schnell verbreitet. Häufig steht dieses Modell jedoch aufgrund des hohen Drucks zu schnellem Bau von preiswertem Wohnraum im Hintertreffen. Denn die Planung von Cluster-Wohnungen bedarf der zeitintensiven Partizipation der Bewohnerschaft schon im Planungsprozess. Viele Stadtplaner, Urbanisten und auch einige Architekten bevorzugen deshalb immer noch individuell abgegrenztes Wohnen, das sich standardisiert und ungestört vermarkten lässt. Dabei wird durchaus ein höheres Kostenniveau billigend in Kauf genommen.

Cluster-Wohnungen sind eine Domäne von Genossenschaften, Wohnprojekten und anderen Formen gemeinschaftlichen Wohnens. Für Baugruppen eignen sie sich weniger, da sich in Cluster-Wohnungen die Schaffung von Wohneigentum nur schwer realisieren lässt.

Zu Einzelheiten der Cluster-Wohnungen und zur Frage, ob sie zu ihren eigenen Wohnwünschen passt, beraten wir sie gerne ausführlich! Informieren Sie sich auf unserer Seite Beratung und nehmen Sie Kontakt mit uns auf.